Asian Street Fashion - von Harajuku bis Gangnam

Wer sich als Nerd mit dem Land Japan auseinandersetzt, dem ist weder Akihabara mit seinen Spielehöllen und Maidcafés noch Cosplay ein Fremdwort. Aber auch abseits vom Elektronikviertel gibt es eine Gegend wo keine monotonen schwarzen Anzüge vorherrschen. In den japanischen Stadtteilen Harajuku und Shinjuku gibt es eine noch viel schrillere Welt - die Welt der Street Fashion. Hier gilt je ausgefallener, desto besser. Mittlerweile ist auch Seoul in Südkorea ein weiterer Hotspot asiatischer Mode geworden. Taucht mit mir ein in die Straßenmode von Tokyo und Seoul und ihre bunten Facetten!

Harajuku und Shinjuku- Der Geburtsort japanischer Street Fashion


Die Kleidungsstile junger Japaner*innen verändern sich ständig. Anfangs war Japanese Street Fashion ein Mix aus japanischen und europäischen Fashion Labels. Den Ursprung der verschiedenen Stilrichtungen, wie er heute anzutreffen ist, wurde 1997 von Shoichi Aoki durch sein Fashion-Magazin Fruits geprägt.

Aoki ist ein 1955 in Tokyo geborener Fotograf, der Mitte der 1990er den Umbruch in der Mode junger Menschen in Harajuku zu dokumentieren und wahrzunehmen begann.

Diese kombinierten vermehrt traditionell japanische Stilelemente wie Kimono, Obi, Geta und Schuluniformen mit europäischer und amerikanischer Kleidung.



Die wohl bekanntesten japanischen Street Fashion Richtungen sind Lolita und Ganguro bzw. Gyaru mit Ihren vielen Untersparten.

Lolita hat sich, mit seinen vielen Untergruppen, zu einem der größeren, bekannteren Stile der japanischen Straßenmode entwickelt und weltweit eine Anhängerschaft gewonnen. Röcke oder Kleider werden normalerweise auf oder unter der Knielänge getragen, darunter Petticoats für mehr Volumen. Blusen oder Tops sind im viktorianischen oder Rokoko-Stil mit Spitzen besetzt oder gekräuselt. Die Länge der Socken oder Strümpfe kann vom Knöchel bis zum Oberschenkel reichen und mit Spitze gekrönt sein. Träger*innen dieses Modestils ziehen oft Mary Janes oder Stiefel an.

Der Ganguro- Stil der japanischen Straßenmode wurde in den frühen 1990er Jahren bei japanischen Mädchen populär und erreichte Anfang der 2000er Jahre seinen Höhepunkt. Ganguro fällt in die größere Subkultur der Gyaru- Mode. Ganguro umfasst normalerweise farbenfrohe Outfits, Miniröcke und gefärbte Sarongs. Der Ganguro-Stil besteht aus gebleichtem Haar, einer stark gebräunten Haut, falschen Wimpern, schwarz-weißem Eyeliner und Unmengen an Armbändern, Ohrringen, Ringen, Halsketten und Plateauschuhen.

Viele Leute nehmen an, dass Namie Amuro die führende Figur des Ganguro-Stils war.

Jedoch erstreckt sich die Vielfalt der japanischen Street Fashion auf noch viele weitere Richtungen. So gibt es z.B. noch Visual Kei mit seinen zahlreichen Ausläufen wie Oshare Kei und Fairy Kei.

Visual Kei ist ein Stil, der Mitte der 1980er Jahre von japanischen Musiker*innen kreiert wurde und aus auffälligem Make-up, ungewöhnlichen Frisuren und extravaganten Kostümen besteht.

Die Urväter des heutigen Visual Kei sind Bands wie The Gazette und Dir En Grey.

Oshare Kei ist eine Abwandlung von Visual Kei und wird als einer der beliebtesten Sparten des Stils gesehen. Der Stil konzentriert sich stark auf das Mischen verschiedener Muster, leuchtender Farben und Punkelemente, um einen einzigartigen Look zu kreieren.

Fairy Kei ist ein kindlicher Stil, der auf der Mode der 1980er Jahre basiert. Die Outfits bestehen aus Pastellfarben, Engeln, Spielzeug und allgemein niedlichen Motiven sowie Elementen und Accessoires aus westlichen Spielzeuglinien der 1980er und frühen 1990er Jahre.

Ende der 1990er bzw. anfang der 2000er Jahre setzte sich Decora stark bei jungen japanischen Mädchen durch.

Der Leitgedanke bei Decora ist je mehr bunte Kettchen, Anhänger, Armbänder und Schleifchen, umso besser. Dieser Stil ist somit der am auffallendste Stil in der gesamten Entwicklung japanischer Street Fashion. Aushängeschild und Mit-Begründerin ist das japanische Model und Idol Kyary Pamyu Pamyu, die viele von euch aufgrund ihres Songs PON PON PON sicher kennen.

Decora ist mit Visual Kei und Lolita eine der wenigen Richtungen aus der Anfangszeit der Street Fashion, der bis heute noch auf den Straßen häufig anzutreffen ist.


Anfang der 2000er hat auch die Mode aus der Hip-Hop Szene immer mehr Einfluss auf die Straßenmode von Harajuku und Shinjuku genommen.

Die Popularität der Musik war so einflussreich, dass Tokyos Jugend ihre Lieblings-Hip-Hop-Stars imitierte. Dies machte sich dadurch bemerkbar, dass sie sich mit übergroßem Gewand kleideten, sowie ihre Haut stark bräunten. Hier unterscheidet sich die Art sich anzuziehen kaum von den uns in Europa oder aus den USA bekannten Modelinien.


Street Fashion wird in Japan von jungen Erwachsenen auch als Flucht aus den sozialen und gesellschaftlichen Strukturen und Regeln, die seit Generationen herrschen, praktiziert. Die schrillen Stile stehen so im Kontrast zu der grauen Business-Welt mit ihren dunklen Anzügen und Kostümen.

Somit steht nicht nur gut auszusehen im Vordergrund, sondern auch den eigenen Charakter und sein/ihr Innerstes nach außen hinzuzeigen.

Korean Street Fashion- Seoul und seine Shopping Viertel


Doch nun von der einen Fashion Hochburg zu der etwas jüngeren und aufstrebenden Mode-Metropole Seoul. Koreanische Street Fashion unterscheidet sich stark von den Stilen in Japan. Hier sind die Kleidungsstile eher mehr an die westliche Mode orientierte, anstelle von selbst kreierten ausgefallenen Outfits. Nichtsdestotrotz stechen auch die koreanischen Fashion-Labels mehr heraus als die in der westlichen Welt.

Inspiriert von K-Pop, K-Drama und der Hip-Hop Szene sind Labels wie d.ground (beheimatet in Daegu), Thisisneverthat, LMC (Lost Management Cities) und Nerdy die Top-Modeadressen in der koreanischen Street Fashion.

Die Viertel in Seoul, in denen die meisten Modegeschäfte und Einkaufszentren stehen, sind Gangnam, Hongdae und Dongdaemun. Gangnam sollte jedem nach dem Megahit des koreanischen Rappers Psy ein Begriff sein. Es ist das reichste Viertel in Seoul und die Wiege des K-Pop.


Hongdae dagegen ist ein typische Studierendenviertel; die Hongik Universität hat diesem Viertel seinen Namen gegeben.


Der Name des Viertels besteht aus den drei Silben „홍“ für die erste Silbe des Namens der Universität, „대“ für Uni und „압“ für vor, was dann zusammengesetzt so viel bedeutet wie „vor der Hongik-Uni".

Auf der Hongdae Shopping Street, die neben vielen kleinen Märkten auch Freiluftkonzerte und Kunstgallerien bietet, lässt sich super shoppen, um vielleicht das ein oder andere Kleidungsstück für ein neues Outfit zu finden. Das 11-stöckige Einkaufszentrum KT&G Sangsangmadang ist wohl der beste Ort für Indoor-Shopping.

Dongdaemun ist ein weiteres Mekka für Klamotten. Schließlich stehen hier 25 Einkaufszentren mit rund 30.000 Boutiquen. Von Make-up bis hin zum schicken Abendkleid bekommt man hier alles, was das Fashion-Herz begehrt. Good Morning City, Doota Mall oder Migliore Dongdaemun sind nur einige der Einkaufszentren, die man besuchen kann.

Asiatische Streetfashion für zu Hause


Wenn du jetzt selbst Lust bekommen hast deinen Kleiderschrank mit dem ein oder anderen japanisch oder koreanisch inspirierten Outfit aufzustocken, gibt es hier ein paar Tipps von mir, wo du passende Kleidung bei uns finden kannst:


Die beste Anlaufstelle meiner Meinung nach sind H&M, Bershka, Primark und Snipes, um nur ein paar zu nennen. Wenn es etwas in Richtung Visual Kei oder Lolita sein soll, dann ist der einfachste Weg passende Kleidung zu finden diese selbst zu schneidern, da Online Shops meist nur auf den asiatischen Markt zugeschnitten sind.

Ich selbst habe die beste Erfahrung mit Online Shops, wie z.B. Zaful oder Yonis gemacht. Dort gibt es asiatische Fashion zu annehmbarem Preis und mit guter Verarbeitung.


Wenn du bereits ein Outfit hast, was einem dieser hier vorgestellten Stile entspricht, poste es doch in deiner Instastory und markiere uns darauf mit @animix.sbg oder @anisekai.sbg!


Liebe Grüße euer Taka


Bildquellen:

tokyofashion.com

pexels.com

Taka


© 2020 von Animix.  Bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte via office@anisekai-salzburg.at

  • Grau Icon Instagram
  • Grey Facebook Icon