Pokémon Competitive – Smogon Singles Format

Über ein Jahr ist seit der Veröffentlichung von Pokémon Schwert und Schild vergangen. Deshalb beschäftigen wir uns heute mit dem Smogon Singles Format. Anders als das VGC ist dieses Format ein von Fans des Franchise ins Leben gerufenes Competitive Format. Die Gründung der Smogon University war der 18. Dezember 2004. Als kleines Forum gestartet ist sie heute einer der wichtigsten Anlaufstellen für Pokémonfans auf der ganzen Welt. Wenn ihr euch genauso für Competitive Pokémon begeistert und ihr den ersten Teil schon gelesen habt, wird euch dieser Teil bestimmt auch gefallen.


Aufgebaut ist das Smogon Format klassisch nach dem bekannten Kampfformat, das man in den Spielen bereits erlebt. Man schickt ein Team aus sechs Pokémon gegen die des Gegners in den Kampf und versucht so schnell wie möglich, diese zu besiegen. Anders als im VGC gibt es in diesem Format eine Banliste bestimmter Pokémon und verschiedene Tiers, in denen diese benutzt werden dürfen. Das wohl beliebteste Tier ist das OU oder Over Used. In diesem werden die besten und beliebtesten Pokémon des jeweiligen Metas verwendet. Je nach Usage steigen oder fallen Pokémon in den Tiers. Um ein Tier höher zu steigen oder in diesem zu bleiben, wird eine Usage von vier Prozent benötigt. Wenn also ein OU Pokémon unter vier Prozent Usage hat, droppt es in das nächsthöchste Tier das UU oder Under Used. Gerade als ich diesen Artikel fertig hatte, ereigneten sich aufgrund des zweiten DLC von Schwert und Schild ein gewaltiger Tiershift. Viele Pokémon aus dem OU sind ins UU oder ins Uber, welches das Tier der "verbotenen" Pokémon ist gewechselt. Ich bin gespannt, wie sich das Meta weiter formen und ändern wird im Laufe der nächsten Monate.





Die größte Herausforderung an diesem Format ist es wohl, die sechs Pokémon zu wählen, welche eine gute Synergie zueinander haben und nicht gegen die Threads des Metas untergehen. Deswegen sollte man sich anfangs Sample Teams anderer Spieler ausleihen und mit diesen etwas üben, um zu sehen, was aktuell gut funktioniert und was nicht. Solltet ihr es jedoch auf eigene Faust probieren, wollen so stellt sicher, dass ihr genug Zeit mitbringt, denn diese werdet ihr benötigen, um dieses Format zu meistern.

Mit dem zweiten DLC sind viele alte OU Größen zurückgekehrt. So sind nun, z-B. Demeteros sowie Knackrack und Metagross wieder mit von der Partie. Auch die Schutzpatronen aus Alola treiben wieder ihr Unwesen und sorgen mit Elektro, Nebel und Psychoerzeuger für Chaos auf der Showdown Ladder. Das neue Pokémon Regieleki sollte man auch auf dem Schirm haben. Mit seinen 200er Basespeed ist es das schnellste existierende Pokémon und kann Teams in Kombination mit Hazards wie Tarnsteinen und Stachler, sowie dem Elektrofeld support von Kapu-Riki fast im alleigang erledigen.

Auch im UU sollte man sich auf eine harte Zeit einstellen. Alle Ultrabestien bis auf Schabelle sind mit dem letzten Tiershift ins UU gedroppt. Ob und wie lange sie dort bleiben zeigt sich wohl im laufe der nächsten Tage und Wochen. Momentan sollte man auf jeden Fall etwas gegen Bizzaroraum im Gepäck haben. Den sowohl Maskito, als auch Muramura und Schlingking sind gefährliche Bizzaroraum Sweeper im UU.


Smogon und Pokémon Showdown – Tiershifts und Bans


Doch wie genau wird entschieden welches Pokémon in welches Tier gehört? Das ist eine sehr häufig gestellte Frage und genau so leicht beantwortet. Alles wird von den Top Spielern und dem Smogon Team entschieden. Sehen zum Beispiel die Verantwortlichen, dass ein Pokémon eine zu zentrale und ungesunde Rolle im Meta einnimmt, wird dieses Pokémon durch so genannte Suspect Tests von der Community raus gevotet, oder es wird ein Quickban durchgeführt. Auch wenn ein Pokémon nicht genug gespielt wird, weil es keinen Platz im Meta hat, weil es gut gekontert wird, oder es einfach nicht gut genug ist, kann es sein, dass es auf Grund der Usage in ein niedrigeres Tier fällt.

Insgesamt gibt es sieben verschiedene Tiers in denen die Pokémon eingestuft werden.

  • Uber – in diesem Tier befinden sich alle Pokémon die das OU Meta unbalanced und unhealthy machen würden.

  • OU – Over Used

  • UU - Under Used

  • RU – Rearly Used

  • NU - Never Used

  • PU - Partial Used

  • und seit Ende Gen.7 Anfang Gen.8 das ZU

Außerdem gibt es jeden Monat kleinere Tiershifts und alle drei Monate einen großen Tiershift in dem Pokémon ein Tier höher oder niedriger eingestuft werden. Diese Tiershifts halten das Meta frisch und sorgen für einen langen Spielspaß den oftmals spielt man zwei bis drei Jahre in derselben Generation von Pokémon.

So wurde das Gen.7 Meta leider sehr schnell eintönig, weil man drei Jahre lang nur dieselben Pokémon spielen konnte da es nicht mehr möglich was das Metagame zu balancen oder frischen Wind rein zu bringen.

Zu Beginn von Gen.8 entschloss sich Smogon das Kernelement der Spiele Dynamax komplett aus dem Meta zu streichen da dieses für Single Kämpfe zu broken war und das Spielerlebnis negativ beeinflusste. Meiner Meinung nach hätte man es ruhig weiterhin erlauben dürfen. Denn wie alles kann man auch diese Mechanik mit gewissen Mitteln kontern und balancen


Im ersten Teil dieser Competitve Reihe bin ich bereits auf die verschiedenen Rollen von Pokémon und ihren aufgaben in Teams eingegangen. Diese kann man vom VGC auch eins zu eins ins Smogon Format übernehmen. Also schaut doch dort einmal vorbei und erkundigt euch welche Rollen es für Pokémon gibt.






Über Pokémon Zucht und determinent values (DV)


Damit wir nicht nur über das Kämpfen mit Pokémon sprechen will ich euch auch noch gleich die wichtigsten Grundlagen zur Zucht von kampfbereiten Pokémon näherbringen.

Das wichtigste was es braucht ist das Item Fatumknoten, welches dafür sorgt das die DV (determinent Values) eines Pokémon zu 99,9% weitervererbt werden. Sowie das Item Ewigstein, welches dafür sorgt das, dass Wesen des Pokémon welches dieses Item trägt zu 100% weitervererbt wird. Hat man diese beiden Items ist schon mal das wichtigste erledigt.

Doch bestimmt fragt sich der ein oder andere jetzt wie sieht man, ob ein Pokémon jetzt die richtigen DV hat. Das ist seit Gen.7 mit dem DV-Richter in der Box Arceus sei Dank viel einfacher geworden. Wenn ihr in Schwert und Schild das Hauptspiel ohne DLC durchgespielt habt, müsst ihr im Kampfturm sieben Kämpfe bestreiten. Nach diesen sieben Kämpfen wartet Delion auf euch und gibt euch die Funktion die DV eurer Pokémon in der Box einzusehen. Ihr geht also in eure Box und drückt das + und schon sollte euch alles angezeigt werden.

Ihr seht nun Werte angezeigt von Schlecht bis Fantastisch, im besten fall hat euer Pokémon alle sechs Werte auf Fantastisch um damit Kämpfen zu können. Jedoch gibt es bestimmte Pokémon die nicht alle Werte auf Fantastisch benötigen das könnt ihr aber auf Smogon in den Sets für bestimmte Pokémon nachlesen.





Um ein Ei hervorbringen zu können, muss eines der Pokémon des Paares weiblich sein und eines männlich. Da die Pokémon-Spezies stets von der Mutter vererbt wird, können Pokémon, die nur männlich auftreten (wie zum Beispiel Tauros), nur durch die Paarung mit Ditto Nachkommen aus derselben Entwicklungslinie produzieren, welches einen Sonderfall darstellt, da es beim Züchten beide Geschlechter annehmen kann. Nur männlich auftretende Pokémon können jedoch als reguläre Väter verwendet werden. Geschlechtslose Pokémon wie zum Beispiel Magneton können zudem nur mit Ditto gepaart werden.

Wenn ihr all diese Eckpunkte beachtet sollte einer erfolgreichen Zucht nichts im Wege stehen.

Seit Gen.7 gibt es so genannte Kronkorken, welche die DV eines Pokémon auf den maximalen Wert bringen. Sollte euch das Züchten auf DV also zu anstrengend sein könnt ihr Kronkorken farmen und nur auf das Notwendige Wesen züchten. Ist euch das auch zu mühsam dann hat Pokémon Schwert und Schild noch etwas für euch parat. Nämlich die Minzen. Mit diesen Minzen ist es möglich das Wesen eines Pokémon beliebig zu ändern. Somit müsst ihr theoretisch nicht mehr Züchten aber ich persönlich finde das Züchten einen sehr angenehmen Zeitvertreib.


Effort values (EV) richtig trainieren


Neben dem perfekten Wesen und DV sollte man aber nicht auf die EV (Effort Values) vergessen. Diese beeinflussen die Werte eines Pokémon grundlegend und sind genauso von Bedeutung wie DV. Sie tragen neben den Basiswerten, Level, Wesen und Determinant Values dazu bei, die Statuswerte eines Pokémon zu bestimmen und sind der maßgebliche Grund, weshalb ein trainiertes Pokémon stärker als ein wildes, sonst aber identisches Pokémon ist. Diese Fleiß-Punkte, die beim systematischen Training eines Pokémon eine entscheidende Rolle einnehmen, existieren allerdings erst seit der dritten Generation. Zuvor gab es sogenannte Stat Experience, kurz Stat Exp, dieser Name ist allerdings inoffiziell.

Ein Pokémon kann maximal 252 EV auf einen Wert haben. Insgesamt können Zwei Werte maximiert werden. In einen dritten Wert kann man maximal vier EV verteilen. So ist es also möglich 510 EV auf einen Pokémon zu verteilen. Je nach Rolle und Set benötigen Pokémon einen individuellen EV-Split. Hier lohnt es sich wieder einen Blick auf Smogon zu werfen, um diese zu evaluieren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, EV zu sammeln. Am simpelsten ist, das eigene Pokémon gegen wilde Pokémon antreten zu lassen, damit es neben der normalen Erfahrung Fleiß-Punkte sammelt. Selbst, wenn es nur kurz am Kampf teilnimmt, erhält es immer die volle Anzahl EV. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, so gewinnt ein Pokémon keine EV, wenn es an einem Kampf gegen einen anderen Spieler oder innerhalb einer speziellen Kampfeinrichtung, wie etwa dem Duellturm teilnimmt. Auch der Fang eines Pokémon liefert bis zur fünften Generation keine Fleiß-Punkte, dies ist erst seit der sechsten Generation möglich.





Wie viele Punkte für welchen Statuswert gewonnen werden, hängt ganz vom Pokémon ab, gegen das gekämpft wird. Meist liefert das erste Pokémon einer Entwicklungsreihe einen Punkt, die zweite Stufe zwei und die dritte Entwicklungsstufe drei. Auch Legendäre Pokémon liefern üblicherweise drei Fleiß-Punkte. Pokémon, die sich nicht entwickeln können, vergeben üblicherweise zwei EV, häufig für unterschiedliche Statuswerte.

Wie auch in den ersten beiden Generationen können Nährstoffe verwendet werden, um die EV eines Statuswertes zu erhöhen, so führt etwa ein KP-Plus dazu, dass das Pokémon zehn KP-Fleiß-Punkte erhält. Auch hier wirkt das Nährstoff bis zur siebten Generation nur solange, bis es beim jeweiligen Wert 100 EV besitzt, egal, wie diese erhalten wurden, die restlichen Punkte müssen auf eine andere Art erlangt werden. Hat das Pokémon beim jeweiligen Wert z. B. bereits 99 EV, erhält es durch das Nährstoff nur noch einen Fleiß-Punkt, da dann die 100-Grenze erreicht ist. Ab der achten Generation ist diese Beschränkung nicht mehr vorhanden und es können beliebig viele Nährstoffe eingesetzt werden, bis das Maximum von 510 Gesamtpunkten erreicht wurde. Mithilfe eines Nährstoffs kann somit nicht die 510 Punkte-Grenze überschritten werden, die überzähligen Nährstoff-EV verfallen.


Das ist eigentlich das Grundlegendste was man wissen sollte, um in die Welt des Kompetitiven Pokémon Geschehens einzusteigen. Jetzt hängt es von euch ab, ob ihr es schafft der Allerbeste zu werden, wie keiner vor euch war. Denn ein Pokémon ist nur so gut wie sein Trainer. Wenn euch diese kleine Reihe gefallen hat lasst doch eine <3 am Blog und teilt ihn mit euren Trainer Kollegen. Falls ihr noch mehr zum offiziellen Pokémon VGC lesen wollt, habe ich noch einen spannenden Artikel für euch. Ich hoffe den ein oder anderen demnächst bei einem Turnier zu sehen und gegen euch auf der Showdown Ladder zu spielen.


Euer Taka

Titelbild: Photo by Jie on Unsplash

Bild 1: by Smogon University

Bild 2: by Smogon University

Bild 3: Photo by Spencer on Unsplash

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