Visual Kei – Musik und Sub-Kultur made in Japan

Visual Kei ist nicht nur eine Musikrichtung aus Japan. Viel mehr ist Visual Kei eine Art von Rebellion. Mit seinem ausgefallenen Kleidungsstil und der von Metal geprägten Tönen ist Visual Kei für einige der Versuch dem tristen Alltag zu entfliehen. Für mich war Visual Kei die Motivation, mich wieder mit Anime und Manga zu befassen. Zudem war und ist es ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Doch was genau ist so faszinierend an dieser Musikrichtung? Genau dies und noch weiteres werde ich euch nun versuchen näher zu bringen.

Viele von euch kennen mich nur als jemanden der K-Pop und japanischen Hip-Hop hört. Doch war das nicht immer der Fall. Im Winter 2009 bin ich durch Zufall, beim Durchstöbern von Youtube, auf ein Musikvideo von der Band The Gazette gestoßen. Ab diesem Zeitpunkt war es vorbei und ich verlor mich immer mehr in der Musikwelt aus Japan.




Doch was genau ist jetzt Visual Kei?


Die erste Band, die diesen Stil geprägt hat, obwohl sie sich selbst nie als Visual Kei bezeichneten waren X-Japan. Inspiriert von New Romantic, Glam Rock, Sleaze Rock sowie dem Gothic, machten sie mit ihren Bühnenoutfits stark auf sich aufmerksam. Zwischen 1980 bis 1990 gab es viele Bands, die diesen Stil mitprägten und somit zu den Urvätern des Visual Kei gehören. Doch erst Anfang der 90er gelang es Bands wie Luna Sea und Malice Mizer dieses Genre als eigenen Modetrend zu etablieren.

In Japan gehören Visual-Kei-Musiker*innen überwiegend der Independent-Musikszene an und haben innerhalb der Musikbranche eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. Die komplex vernetzte Szene finanziert sich nach inoffiziellen Angaben vor allem aus Verträgen mit großen Musikverlagen, wenn diese aufsteigende Bands unter Vertrag nehmen. International hat sich Visual Kei jedoch zu einer der bekanntesten Erscheinungsformen der japanischen Populärmusik entwickelt.

Viele Jugendliche wollten ihren Idolen, in Sachen Make-Up und Kleidungstil nahe sein, weswegen in Japan eine regelrechte Revolution stattfand. Diese Revolution fand aber ausschließlich nur in der Freizeit statt da das japanische Schul- und Arbeitssystem alles streng regelte.

Beliebte Vorbilder waren unter anderem Dir en Grey, An Cafe, The Gazette, D’espairsRay und LM.C.

Das erste Visual-Kei-Festival in Japan fand am 24. und 25. Oktober 2009 unter dem Titel „V-Rock Festival“ in der Makuhari Messe in Chiba statt. Dabei traten mehr als 50 Gruppen vor über 29.000 Fans aus 49 Ländern auf



Stile und Richtungen des Visual Kei

Das gute an Visual Kei, dem Kleidungstil sind nur sehr minimale Grenzen gesteckt. Denn mit insgesamt sieben verschiedenen Stilen, die man dann auch noch untereinander Mixen kann, ist der Kreativität kein Limit gesetzt. Der eigentliche Visual Kei Stil, der in den 80ern entstanden ist und am westlichen Glam Rock orientiert war, hat sich über die Jahre stark weiterentwickelt.


So gibt es nun folgende Untergruppen des Visual Kei

Oshare Kei: Dieser Stil gilt als der beliebteste Visual Kei Stil. Er konzentriert sich sehr auf das Mischen verschiedener Muster, leuchtender Farben und Punk-Elemente. Im Gegensatz zu Visual Kei ist das Make-up etwas abgeschwächt und konzentriert sich mehr auf die Augen allein. Bands, die unter Oshare Kei laufen sind An Cafe, SuG, LM.C und Ayabie. Diese Art des Visual Kei ist eher fröhlicher und wird von Metal als auch von elektronischen Elementen getragen. Viele Oshare Kei Bands steuern Anime Openings bei


Angura Kei: ist die dunkelste Form von Visual Kei. Es werden hauptsächlich schwarze Kleidung und dunkles Make-Up getragen, in Kombination mit Ketten, Nieten und Hörnern. Die bekannteste Angura Kei Band ist Mucc


Cult Party Kei: benannt nach dem Harajuku Shop Cult Party ist ein neu geprägter Stil, der auf westlichen religiösen Artefakten wie Kreuzen oder Bibeln basiert. Cult Party Kei wird von einigen als eine Untergruppe von Dolly Kei angesehen.


Dolly Kei: ist ein Stil, der auf Japans Sicht auf das Mittelalter und europäische Märchen basiert. Es enthält viele Kleidungsstücke im Vintage-Stil und manchmal religiöse Symbole. Eine bekannte Band, die in diesen Stil fällt, ist Versailles.


Fairy Kei: Ein kindlicher Stil, der auf der Mode der 1980er Jahre basiert. Die Outfits bestehen aus Pastellfarben, Engel, Spielzeug und allgemein niedlichen Motiven sowie Elementen und Accessoires aus westlichen Spielzeuglinien der 1980er und frühen 1990er Jahre.


Mori Kei: Die Mode von Mori verwendet weiche, locker sitzende Schichten von Kleidungsstücken wie schwebende Kleider und Strickjacken. Der Schwerpunkt liegt auf natürlichen Stoffen. Der Stil ähnelt dem von Dolly Kei, da das Ziel darin besteht, ein puppenartiges Erscheinungsbild zu schaffen, jedoch auf eine lässigere, erdigere Art und Weise.




Warum ihr Visual Kei hören solltet


Auch wenn Visaul Kei sehr Metal lastig ist und dies vermutlich nicht jedermanns Geschmack ist, so ist dennoch für jede Stimmungslage etwas dabei. Mejibray ist die perfekte Band, wenn man gerne etwas entspannen möchte. Denn sie besitzen viele und schöne Balladen, die zum Träumen einladen. Wenn man Musik braucht, die einen motiviert und einem den richtigen Energieschub gibt, sind die Songs von LM.C und SuG genau das richitge für euch. Wollt ihr einfach guten Metal hören mit tiefgründigen Texten und aggressiven Sound sind Dir en Grey, The Gazette, Nocturnal Bloodlust oder My First Story die Bands eurer Wahl. Visual Kei war 2009 der Grund, warum ich wieder in die Anime Community zurückgefunden habe. Ohne diese Musik würde es mich heute als Admin bei Animix wahrscheinlich nicht geben.

Wie schon erwähnt haben einige Visual Kei Bands Openings zu Anime beigesteuert. Von dem her habt ihr zumindest einmal schon unbewusst Visual Kei gehört und es hat euch vermutlich auch gefallen.


Das Opening zu Kuroshitsuji 2, Shiver haben The Gazette beigesteuert. Die Jungs von An Cafe haben das zweite Opening zu Darker then Black gespielt. Opening zwei von Yu-Gi-Oh 5D’s stammt von

Alice 9. Dir en Grey meine absolute Lieblings Visual Kei-Band hat das zweite Opening von Grappler Baki performt. Sowie Mucc die das 23 Ending von Naruto Shippuden, das erste Ending von Zombie

Loan, als auch das erste Opening von Nanatsu no Taizai beisteuerten.



Nicht nur dass die Musik ins Ohr geht, nein auch die Fangemeinde ist eine der angenehmsten Communities die je miterleben durfte. Egal wo du herkommst und wie du aussiehst die Visual Kei Familie heißt dich immer herzlich willkommen. Letztes Jahr im Sommer habe ich, das wieder einmal persönlich erleben dürfen. Ich war auf dem The Gazette Konzert in München, leider alleine da meine Begleitung an dem Tag verhindert war. Auf dem Konzert habe ich dann ein paar Leute kennengelernt, denn ich erzählt habe, dass ich allein bin und die Nacht durchmachen muss. Nach ein paar Sätzen und dem Konzert haben sie nicht gezögert die Nacht mit mir durchzumachen bis mein FlixBus nach Salzburg zurück ging.

Ich hoffe ich konnte euch für diese Musik begeistern, wie diese Musik mich damals begeistert hat. Und ich sehe den ein oder anderen von euch auf dem Nächsten Visual Kei Konzert!

Wenn ihr mehr über japanische Musik lesen wollt, kann ich euch meinen Artikel zu Babymetal ans Herz legen.

Euer Taka

Bildquellen:

Titelbild von Francisco Moreno on Unsplash

Bilder Konzert von Taka

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